Typ:
Dissertation
Autor:
Frank Ollermann, Dipl.-Psych.
Zusammenfassung:
In
der vorliegenden Arbeit wird ein Fragebogen zur summativen Evaluation
der Gebrauchstauglichkeit von Online-Shops entwickelt und ermutigende
Hinweise auf seine Reliabilität und Validität erbracht.
Damit leistet die Arbeit einen Beitrag zur Verbesserung der Gebrauchstauglichkeit
von Online-Shops zum Vorteil sowohl von Kunden als auch von Anbietern.
Durch die Implementierung als Online-Fragebogen ist eine besonders
effiziente Durchführung und Auswertung möglich.
Gebrauchstauglichkeit ist ein komplexes Konstrukt, das sich vor
allem durch seine Abhängigkeit von Produkt- und Benutzereigenschaften sowie von Eigenschaften des
Nutzungskontext und den Nutzungszielen der Benutzer auszeichnet. Eine Evaluation der
Gebrauchstauglichkeit eines Online-Shops kann somit grundsätzlich nicht sinnvoll erfolgen.
Vielmehr müssen bei der Evaluation die genannten Randbedingungen
der Benutzung berücksichtigt werden.
Bei
der Evaluation der Gebrauchstauglichkeit lassen sich verschiedene
Methoden unterscheiden. Sie lassen sich danach unterscheiden, ob sie prädiktiv oder
deskriptiv, verhaltensbasiert oder meinungsbasiert sind und ob ihnen objektive oder subjektive Kriterien
zugrunde liegen. Daraus ergeben sich für die verschiedenen Methoden unterschiedliche
Anwendungsszenarien, z. B. in Abhängigkeit vom Zeitpunkt im Software-Entwicklungsprozess.
Die
Fragebogenmethode wird als geeignete Evaluationsmethode identifiziert,
weil sie eine subjektive, benutzerbasierte Messung der Gebrauchstauglichkeit erlaubt,
was bei der Evaluation speziell von Online-Shops, deren Benutzung in der Regel freiwillig
erfolgt, zu aussagekräftigen Ergebnissen führt. Zudem ist es mit geringem Aufwand möglich,
die hier beschriebene summative Version des Fragebogens zu einem
formativen Evaluationsinstrument auszubauen.
Nach
der aufwendigen und sorgfältigen Entwicklung des Fragebogens
wird dieser auf seine Validität hin überprüft. Dabei wurde eine weitgehende
Gültigkeit des Fragebogens festgestellt. So stimmt die durch
eine benutzerzentrierte Evaluation dreier Online-Shops mit dem Fragebogen
erzeugte Rangreihe weitgehend mit der überein, die sich aus
einem Expertenrating ergibt. Nur für zwei der fünf Subskalen ergeben sich abweichende Rangreihen,
die sich zudem lediglich aus unterschiedlichen Bewertungen von zwei der drei Online-Shops ergeben.
Außerdem ist der Fragebogen sensitiv für Unterschiede
zwischen Online-Shops, die sich hinsichtlich ihrer ergonomischen Gestaltung bezüglich einer spezischen
Kaufphase (Produktsuche) unterscheiden.Anders als erwartet, führenUnterschiede bezüglich
dieser spezifischen Kaufphase jedoch auch zu signifikanten Unterschieden in der Bewertung allgemeiner
Aspekte der Gebrauchstauglichkeit sowie in der Bewertung der Gebrauchstauglichkeit
der Funktionen zur Kaufabwicklung. Hier bieten sich zum einen Möglichkeiten, den
Fragebogen durch Zusammenfassungen von Items zur allgemeinen Orientierung weiter zu verbessern. Aus
den Ergebnissen lässt sich zum anderen die Erkenntnis ableiten,
dass eine mangelnde Berücksichtigung softwareergonomischer Aspekte in einem Bereich eines Online-Shops auf die subjektive Bewertung
der
Gebrauchstauglichkeit in anderen Bereichen Einfluss nehmen kann.
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